Zehn ungarische Hunde gerettet

Warum engagiert sich die Salzburger Tierzuflucht (STZ) für Hunde aus Ungarn ? Wir sind das letzte Glied einer Hilfskette für die vom Tod bedrohten Hunde in Ungarn. Der Tierheim Mandulashegy, Sarospatak, Ungarn, übernahm die Hunde zunächst aus den Tötungsstationen in Ungarn. Die vielen Tierheime, die es zwischenzeitlich in Ungarn gibt, sind aber nur eine Zwischenlösung. Die Tiere sind dort "primitiv" untergebracht und werden von ehrenamtlichen Tierschützern vor Ort betreut. Diese Tierheime haben aber nur begrenzte Kapazitäten und da beginnt die Zusammenarbeit mit dem Verein HOPE FOR LIFE.

So läuft in der Salzburger Tierzuflucht (STZ) die Aufnahme von einer größeren Anzahl von Hunden ab:

 

Nur als Tierfreund zu argumentieren: "Ich habe Platz und integriere die Hunde irgendwo dazu" - wäre viel zu wenig überdacht.

 

Die Arbeit bei einer professionellen Tierübernahme beginnt schon wesentlich früher - lange bevor die Tierchen ankommen.

 

 

 

 

 

Bilder links: Tierheim SAROSPATAK in Ungarn.


Hier ein kleiner Einblick:

 

Mit der Transportvorbereitung und Einhaltung der behördlichen Auflagen für die Einreise von Ungarn nach Österreich hat die STZ nichts zu tun. In diesem Fall hat die hervorragende Organisation  "HOPE FOR LIFE / Tierhilfe Österreich"  alles organisiert. Im Vorfeld wurde geklärt,

  • an welchem Tag
  • um welche ungefähr (!) Uhrzeit
  • wie viele Tierchen

aufgenommen werden können. In diesem Fall war die Vorgabe der STZ: maximal 5 große Damen und 5 kleinere = insgesamt zehn erwachsene Hunde. Wichtig ist für uns, dass die Hunde einander gewöhnt sind, da sie auf der Anlage des Schnauzerl Hotel artgerecht im Rudel leben dürfen. Die Auswahl sollten daher die Betreuer in Ungarn vornehmen.

HOPE FOR LIFE: "Befindet sich derzeit im Tierheim Mandulashegyi in Sarospatak, Ungarn, und bereitet den Transport nach Österreich vor. Alle Hunde leben im Rudel, großteils gleichgeschlechtlich und sind daher sehr sozial und verträglich. Manche Hunde kennen weder Stadtleben noch regen Verkehr oder das Leben in einer Wohnung, es kann sein, dass dies ein wenig Geduld benötigt. Einige hatten schon eine Familie, sind sogar stubenrein und springen von selber ins Auto. Das Team ist erfahren und versorgt uns mit allen Informationen. Die Hunde sind geimpft, gechipt, entwurmt, haben einen EU-Pass und sind in Traces registriert."

 

Die Arbeit beginnt lange bevor die Hunde ankommen: 

 

1. Internetbearbeitung:  (Verarbeitung der Fotos, Einstellen in die Homepage, Vergabe von fortlaufenden Nummern, Teilen der Beiträge von Hope for Life für Ausreisepatensuche, Bekanntgabe über Facebook etc.)

 2. Herrichten der Unterlagen:  für die behördliche Registrierung des Chips in die Heimtierdatenbank des BMGF, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen

 3. Desinfekt  der Krankenstation:  Vieles wird wohl gar nicht benötigt, jedoch muss der Profi immer auf alles gefasst sein :) .... insbesondere Räume, die man sonst seltendst braucht (Krankenstation / Quarantäne)

 4. Quarantänestation besenrein: ... für den Fall der Fälle

 5. Generalreinigung:  Alle Hundedecken, Polster, Teppiche der bewohnten Rudelbereiche in die Waschmaschine

 6. Futterschüsseln  für alle (auch die bereits vorhandenen Gäste) vorbereiten. Die Reisenden werden hungrig sein :)

 7. Wasserkübel für alle, die erwartet werden

 8. Außengehege auf "Hochglanz"

 9. Unterordnungsübungen bei dem Bestand

10. Tierarzt in Bereitschaft

11. Telefondienst

12. qualifizierte Mitarbeiter  wenigstens zwei, zur Übernahme der Hunde

 

kurzum -

 

ALLES - WAS MÖGLICH IST - VORBEREITEN !

 

Wenn die Tierchen dann da sind, brauchen sie mehr Zeit als "gewöhnliche" Hotelgäste.


 

Weitere Planung:

  • Foto-Mannschaft:  Am nächsten oder übernächsten Tag mit Tierchen, Fotograf,  Trainer, und "Animateur"
  • Video-Team:  in der darauffolgenden Woche mit Tierchen, Filmer und Trainer
  • Fellpflege:  Die STZ wird bei der Haarpracht der neuen Gäste am ersten Tag wohlwollend über gewisse eventuelle Unpässlichkeiten hinwegsehen. Wahrscheinlich geht es ihnen aber am Tag darauf an´s Fell" :). Was auch den Vorteil hat, dass man jeden Centimeter des jeweiligen Tierchens (sowie dessen Charakter) INTENSIV kennenlernt.
  • Schule:  Nach geraumer Eingewöhnungszeit werden den Tieren die Grundkommendos ( FUSS / SITZ / PLATZ / BLEIB ) nähergebracht. 
  • Leinenführigkeit: Ehrenamtliche Spaziergänger können bei den lustigen "Anti-Leinengänger-Contesten" den Tierchen das Leine-Gehen schmackhaft machen. Die STZ geht nur maximal 2 Kilometer und lädt dann, als kleinen Dank,  zu einem antialkoholischen Getränk in geselliger Runde bei einem nahegelegenen Wirtshaus ein.

 

 

 

Eine weite Fahrt !

 

 


Im östlichsten Ungarn haben die Hunde wenig Chancen auf Vermittlung. 

Gut, dass sie nach Salzburg kommen !

.... und dann .... das Allerwichtigste:

 

Wir suchen liebevolle neue Zuhause !

Im neuen Heim:

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Kommentare: 1
  • #1

    Margit Geringer (Sonntag, 19 Februar 2017 18:31)

    Eine Veränderung der schlimmen Situation wirklich unzähliger Hunde im Ausland ist nur möglich durch Verständnis, Hilfe vor Ort und Vorbildfunktion hier bei uns, in einer weit anderen Welt für Tiere als dort.
    Trotz ihrer schlimmen Lage vor Ort sind diese Hunde so liebe und dankbare Geschöpfe und jeden Einsatz mehr als wert.
    Vor Ort kommt man sich vor, als mindestens 50 oder gar 100 Jahre zurück versetzt, Armut und trotzdem erfährt man in den Tierheimen so große Tierliebe. Menschen die ihr Bestes geben, mit primitivsten Mitteln retten sie unzählige Leben und verzichten dabei auf ein eigenes Leben. Wir geben unser Bestes dabei mitzuhelfen und danken der STZ von ganzem Herzen das sie es ebenfalls tut. Es ist ein gutes Gefühl diese armen Tiere vom Elend in so kompetente und herzliche Hände und in eine sicher gute Zukunft bringen zu können! DANKE!!