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Sinnlose Platzkontrollen und Schutzverträge

Viele lassen sich durch seltsame "Schutzverträge" mancher Organisationen verunsichern, schenken den Texten Glauben und oft tauchen die gleichen Fragen auf. Insbesondere, wenn die Organisation angibt, das Tier "MÜSSE" zu ihnen zurück, wenn der Eigentümer das Tier nicht behalten kann. Es werden Strafgebühren bei Nichteinhaltung angedroht !?!

 

Das Vertrauen zu solchen Tierschutz-Einrichtungen wird, nach näherem Durchleuchten der widerrechtlichen Verträge, auf eine harte Probe gestellt. Ich selbst würde sowas auch nie unterschreiben.

 

Deswegen möchte ich klar stellen:

Kauft man ein Tier - dann gehört es einem auch. *

 

Warum eigentlich dieser Quatsch ?

Ich behaupte: Fast jedes neue Zuhause bei einer privaten Person ist besser als der Aufenthalt in einer Tierzufluchtsstätte oder einem Tierheim. Ja, damit meine ich auch uns, die STZ. Fast jeder Privatplatz ist besser als das, was wir leisten können. Natürlich tun wir unser Bestmöglichstes um den Tieren den Aufenthalt so angenehm als möglich zu gestalten. Jedoch ist es für einen Hund viel schnuffeliger, wenn er seine eigene Familie hat, als nur eine Betreuerin, die er mit (bei uns) bis zu vierzig Hunden teilen muss.

 

Deswegen sind - meines Erachtens - "Platzkontrollen" sowie "Schutzverträge" völlig sinnlos.

Der "PLATZ" ist bestimmt besser (siehe oben) - und - vor wem soll denn das Tierchen "GESCHÜTZT" werden ?

 

Wer maßt sich an  in einer kurzen Ortsbeschau festzustellen, was ein "guter" und was ein "schlechter" Platz ist ?

Wer maßt sich an  die Entscheidung zu fällen, sinnfrei zu VERSUCHEN * (!!!) das Tierchen wieder wegzunehmen ?

Wer oder was berechtigt die "Kontrolleure"  sinnfrei zu VERSUCHEN * (!!!) Kontrollen durchzuführen?

Vertrauen wir doch auf unsere ausgezeichneten Gesetze in Österreich und deren bevollmächtigten Amtsorgane.

 

Jemand der volljährig, mündig und bereit ist, einen angemessenen Kaufpreis für das Tierchen zu bezahlen, der wird bestimmt auch einen guten Platz vorhalten und dürfte sich die Anschaffung seines Vierbeiners gut überlegt haben.


Sind manche Tierschutzverträge (Schutzverträge) widerrechtlich ?

Ein "Schutzvertrag" bei dem der neue Halter für das Tier bezahlt ist ein Kaufvertrag ( .... der Kaufpreis wird oft auch "Schutzgebühr" genannt - ist aber nichts anderes als ein Kaufpreis) . Somit ist der Hund Eigentum des neuen Halters. Ansonsten muss man (oft als Verein) das Tier in Pflege geben (z.B. in eine Tierpension oder auf einen Pflegeplatz), Halter des Hundes bleiben und die laufenden Kosten für den Hund übernehmen. Dann hätte der neue Tierbetreuer lediglich Besitz- oder Betreuungsrechte. Wird ein Hund aber verkauft, da kann es noch so oft als "Schutzvertrag" deklariert werden - Eigentümer ist der neue Halter. Man kann dem Eigentümer eines Hundes nicht verbieten, sein  Eigentum abzugeben oder zu verkaufen. So hart es klingt - aber so ist die Gesetzeslage nun Mal - man kann auch jemanden, der z.B. eine Waschmaschine kauft nicht verbieten diese weiterzuverkaufen.

 

Wäre es nicht sinnvoller  KAUFVERTRÄGE  mit  KAUFPREISEN  auszustellen ?

... und widerrechtlichen irritierenden "Schnick-Schnack" wegzulassen .... ?

 

Man findet hierzu spannende Literatur:

 https://www.anwalt.de/rechtstipps/tier-schutzvertraege-auf-dem-pruefstand_008867.html

 

Kopie daraus:  "Die vorgenannte Urteile und Beschlüsse dürften in Zukunft alle Tierschutzvereine zur Vorsicht mahnen, die aufgrund von Tierschutzverträgen so genannte „Tierschutzaußendienstgruppen" in nicht unerheblicher Personalstärke unterhalten und mit diesen Gruppen vor fremden Grundstücken Einlass verlangen um anschließend dann das eine oder andere Tier an sich zu nehmen. Die Vereine müssen einsehen, dass für die Überwachung des Tierschutzes die Behörden zuständig sind und man die Vereinsgelder sinnvoller in die Pflege- und Hege der Tiere investiert."

Warum sind "Platzkontrollen" und "Schutzverträge" trotzdem üblich ?

Ich bin mir dessen durchaus bewußt, dass ich mich hier weit aus dem Fenster lehne und mir bei speziellen Tierschützern keine Freunde mache. Gibt es doch unzählige  Organisationen, die über viele Jahre hinweg

  • "Platzkontrollen" durchführen,
  • "Selbstauskunftsformulare" fordern,
  • "Schutzverträge" erstellen

und bestimmt weiterhin am Prozedere festhalten möchten.

Meist finden neben dem Ausfüllen von seltsamen Auskunftsformularen noch Vor-, Nach- und/oder Zwischenkontrollen statt und wenn dann das Tierchen endlich weitergegeben wird, erfolgt dieses nur auf "Probe" und ist das arme Wesen durch den "Schutzvertrag" dermaßen "geschützt", sodass das Tierheim lt. meist widerrechtlichem Vertrag jederzeit berechtigt wäre, es wieder wegzunehmen.

 

Kein Wunder, dass immer weniger Menschen von dort ein Tier möchten bzw. die Unterlagen nicht unterschreiben. Ich würde das auch nicht.

Ich stelle mal in den Raum, dass sich unter solchen "Tierschützern" viele befinden, die ihr Ego damit aufpolieren möchten, in dem sie imaginäre "Macht" ausüben. Andere Gründe kann ich mir bei deren "Gehabe" nicht vorstellen. Um das Tierchen geht es hier längst nicht mehr. Weiteres dazu habe ich bereits in einem anderen Blogbeitrag veröffentlicht:

 

TIERSCHÜTZER: aktive -passive und gar keine Hilfe

 

 

Dann gibt es noch den einen traurigen Satz, den man von diversen Tierschützer/innen immer wieder hört:

 

"Mir ist jedes Tier lieber als ein Mensch"     - oder ähnliches

 

Wieviel Schlechtes müssen diese bemitleidenswerten Menschen von anderen Menschen erfahren haben, um so eine Aussage zu tätigen ?  Diese tun mir ehrlich leid und möchte ich nicht noch Salz in deren Wunden kippen, jedoch -

Sind so gepolte Menschen die "Richtigen", um "Platzkontrollen" durchzuführen  ?

Sehr gerne völlig unprofessionell

 

Wenn Verfechtern der Platzkontrollen und seltsamen Verträge Argumente ausgehen, meinen diese 

 

1. "Euch geht es nur um´s Geld" und/oder

2. "Euch sind die Tiere egal" und/oder

3. "drohen" mit Anwälten.

 

Wir haben hier eine dicke Haut entwickelt. Diejenigen kennen einen nicht - haben meist noch nicht mal telefoniert - geschweige denn, die Anlage besichtigt.

..... gaaaaaanz kurz dazu:

 

1. Tierschutzarbeit bedeutet betriebliches Minus und finanzieren wir großteils aus eigenem erarbeiteten Vermögen.

2. Jeder, der unsere Anlage besichtigt bzw. mich kennt, weiß wie unprofessionell / unwirtschaftlich ich oft handle .... :)

Mir wurde von einer anderen Organisation erklärt: Man solle als Profi keinem Tier einen Namen geben - man solle Abstand wahren - man solle nur seinen Job machen - man hält das sonst nicht dauerhaft durch - etc..

 

Obwohl ich binnen der letzten 22 Jahre insgesamt schon über 6.500 unterschiedliche Hunde in irgendeiner Form führte, betreute, schulte ..... bin ich sehr froh darüber, immer noch nicht professionell zu arbeiten ..... und bete darum,

 

NIIIIIEMALS (!)  solch ein Profi zu werden !!!

 

 

Leider muss ich auch zugeben, da und dort schon

heimlich ein paar unvernünftige unqualifizierte

Abschiedstränen vergossen zu haben.

Linda Ann Pieper

u. v. a. .... glücklich verheiratet & dreifache Mutter & zweifache Oma .... :)


P.S.:  Wer Meint, dass es GLeichgültig ist, wohin unsere Tiere kommen ....

..... der lese als Beispiel die  Geschichte von HISTI ..... oder  BABI´s Geschichte ...... oder über einen unserer eigenen Würfe  .....  es gäbe HUNDERTE (!) weitere Beispiele  .....  und  versuche  sich  bildlich  in  die  Lage von uns zu versetzen  ..... und frage sich dann .....

1. "Euch geht es nur um´s Geld" .... ?

2. "Euch sind die Tiere egal" .... ?

 

und ..... doch wurden auch HISTI, BABI  und alle WELPEN vertrauensvoll  ohne unsinnigen "Schutzvertrag"  abgegeben. Ich werde mich auch in Zukunft hüten  widerrechtliche "Platzkontrollen" zu machen.

 

Ich freue mich immer SEHR, wenn ich eine Rückmeldung (vielleicht sogar mit  Foto ? ?)  von dem neuen Zuhause bekomme - das ist aber freiwillig.


Spannende Diskussionen dazu finden sich auf meiner privaten Facebook-Seite:


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Kommentare: 2
  • #1

    Brigitte Erb (Mittwoch, 21 März 2018 11:19)

    Liebe Linda, dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Du sprichst mir aus der Seele! Ich persönlich habe 2x bei verschiedenen Personen in meinem Bekanntenkreis erlebt, wie selbsternannte "Fachleute" schon bei einer sogenannten Vorkontrolle die Übernahme eines Hundes aus einem Tierheim mit für mich wirklich obskuren Argumenten verhinderten. Um das Tier ging es längst nicht mehr, sondern nur um die eigene Profilierungssucht bzw. hatte ich bei deren Argumentation den Eindruck, dass sie von den wahren Bedürfnissen eines Hundes keine Ahnung haben. Alles Liebe nach Salzburg!

  • #2

    Ramona (Sonntag, 28 Juni 2020 22:29)

    Bravo sehr gut geschrieben. Haben gerade so ein Problem. Leider ist es meiner Tochter nicht gegönnt und haben immer nur Problem.
    LG