Sinnlose Platzkontrollen und Schutzverträge

Ich behaupte: Fast jedes neue Zuhause bei einer privaten Person ist besser als der Aufenthalt in einer Tierzufluchtsstätte oder einem Tierheim. Ja, damit meine ich auch uns, die STZ. Fast jeder Privatplatz ist besser als das, was wir leisten können.

 

Natürlich tun wir unser Bestmöglichstes um den Tieren den Aufenthalt so angenehm als möglich zu gestalten. Jedoch ist es für einen Hund viel schnuffeliger, wenn er seine eigene Familie hat, als nur eine Betreuerin, die er mit (bei uns) bis zu vierzig Hunden teilen muss.

 

Deswegen sind - meines Erachtens - "Platzkontrollen" sowie "Schutzverträge" völlig sinnlos.

Der "PLATZ" ist bestimmt besser (siehe erster Absatz) - und - vor wem soll denn das Tierchen "GESCHÜTZT" werden ?

 

Wer maßt sich an  in einer kurzen Ortsbeschau festzustellen, was ein "guter" und was ein "schlechter" Platz ist ?

Wer maßt sich an  die Entscheidung zu fällen, das Tierchen wieder wegzunehmen ?

Wer oder was berechtigt die "Kontrolleure"  zu deren Kontrollen ?

Vertrauen wir doch auf unsere ausgezeichneten Gesetze in Österreich und deren bevollmächtigten Amtsorgane.

 

Jemand der volljährig, mündig und bereit ist, eine angemessene "Schutzgebühr" (Kaufpreis) für das Tierchen zu bezahlen, der wird bestimmt auch einen guten Platz vorhalten und sich die Anschaffung seines Vierbeiners überlegt haben.


Warum sind "Platzkontrollen" und "Schutzverträge" in Österreich üblich ?

 

Ich bin mir dessen durchaus bewußt, dass ich mich hier weit aus dem Fenster lehne und mir bei speziellen Tierschützern keine Freunde mache. Gibt es doch unzählige  Organisationen, die über viele Jahre hinweg solche "Platzkontrollen" durchführen, "Schutzverträge" erstellen und bestimmt weiterhin am Prozedere festhalten werden.

 

Meist finden neben dem Ausfüllen von Selbstauskunftsformularen noch Vor-, Nach- und/oder Zwischenkontrollen statt und wenn dann das Tierchen endlich weitergegeben wird, erfolgt dieses nur auf "Probe" und ist das arme Wesen durch den "Schutzvertrag" dermaßen "geschützt", sodass das Tierheim jederzeit berechtigt wäre, es wieder wegzunehmen.

 

Kein Wunder, dass immer weniger Menschen von dort ein Tier möchten.

Ich stelle mal in den Raum, dass sich unter solchen "Tierschützern" viele befinden, die ihr Ego damit aufpolieren möchten, in dem sie imaginäre "Macht" ausüben. Andere Gründe kann ich mir bei deren "Gehabe" nicht vorstellen. Um das Tierchen geht es hier längst nicht mehr. Weiteres dazu habe ich bereits in einem anderen Blogbeitrag veröffentlicht:

 

TIERSCHÜTZER: aktive -passive und gar keine Hilfe

 

 

Dann gibt es noch den einen traurigen Satz, den man von diversen Tierschützer/innen immer wieder hört:

 

"Mir ist jedes Tier lieber als ein Mensch"     - oder ähnliches

 

Wieviel Schlechtes müssen diese bemitleidenswerten Menschen von anderen Menschen erfahren haben, um so eine Aussage zu tätigen ?  Diese tun mir ehrlich leid und möchte ich nicht noch Salz in deren Wunden kippen, jedoch -

Sind so gepolte Menschen die "Richtigen", um "Platzkontrollen" durchzuführen  ?

Sehr gerne völlig unprofessionell

 

Wenn Verfechtern der Platzkontrollen Argumente ausgehen, meinen diese 

 

1. "Euch geht es nur um´s Geld" und/oder

2. "Euch sind die Tiere egal" und/oder

3. "drohen" mit Anwälten.

 

Wir haben hier eine dicke Haut entwickelt. Diejenigen kennen einen nicht - haben meist noch nicht mal telefoniert - geschweige denn, die Anlage besichtigt.

..... gaaaaaanz kurz dazu:

 

1. Tierschutzarbeit bedeutet betriebliches Minus und finanzieren wir großteils aus eigenem erarbeiteten Vermögen.

2. Jeder, der unsere Anlage besichtigt bzw. mich kennt, weiß wie unprofessionell / unwirtschaftlich ich oft handle .... :)

Mir wurde von einer anderen Organisation erklärt: Man solle als Profi keinem Tier einen Namen geben - man solle Abstand wahren - man solle nur seinen Job machen - man hält das sonst nicht dauerhaft durch - etc..

 

Obwohl ich binnen der letzten 21 Jahre insgesamt schon über 6.000 unterschiedliche Hunde in irgendeiner Form führte, betreute, schulte ..... bin ich sehr froh darüber immer noch nicht professionell zu arbeiten ..... und bete darum,

 

NIIIIIEMALS (!)  solch ein Profi zu werden !!!

 

 

Leider muss ich auch zugeben, da und dort schon

heimlich ein paar unvernünftige unqualifizierte

Abschiedstränen vergossen zu haben.

Liebe Grüße

Linda Pieper

u. v. a. .... dreifache Mutter & (bald) zweifache Oma .... :)

P.S.:  Wer Meint, dass es GLeichgültig ist, wohin unsere Tiere kommen ....

..... der lese als Beispiel nachstehende Geschichte von HISTI ..... oder  BABI´s Geschichte ...... es gäbe HUNDERTE (!) weitere ..... und versuche sich bildlich in die Lage von uns zu versetzen ..... und frage sich dann .....

 

1. "Euch geht es nur um´s Geld" .... ?

2. "Euch sind die Tiere egal" .... ?

 

..... und ..... doch wird auch HISTI  vertrauensvoll ohne unsinnigen Vertrag  abgegeben

..... und ..... ich werde mich hüten eine "Platzkontrolle" zu machen.

 

Ich freue mich immer SEHR, wenn ich eine Rückmeldung (vielleicht sogar mit  Foto ? ?)  von dem neuen Zuhause bekomme - das ist aber freiwillig.

HISTI

 

 

 

Der Star der Salzburger Kronenzeitung !

 

Mal sehen, wer sich für  HISTI  meldet ....

 

       

37. Tag:   Wie geht es unserer HISTI ?

 

Hervorragend !    !

 

Sie lebt schon seit längerem wieder in ihrer geliebten Großgruppe und das operierte Öhrchen stellt sich auf

 

! !

21. Tag =  04.10.2017

 

HISTI ist somit ab sofort wieder in der Vergabe ! Ihr werdet euch vorstellen können, dass es uns nicht leicht fallen wird, diese wunderbare Hündin weiterzugeben - und doch - siehe ersten Absatz -

Fast jedes neue Zuhause ist besser als wir.

 

https://www.schnauzerl.at/start-deutsch/tiervergabe/

 

21. Tag:  HURRA !  Der fürchterliche Kragen ist runter !

 

Öhrchen fast völlig OK - es stellt sich auch wieder halbwegs auf !

 

Mein Mädchen hat eine recht fröhliche Natur.  

 

Ich halte sie noch zur Beobachtung zwei Tage in einer Kleingruppe. Am Wochenende darf sie, sofern alles passt, wieder in ihre geliebte Großgruppe zurück

 

 

 

19. Tag:   Öhrchen geht es immer besser 

 

                                                          .... der Erziehung auch

 

 

 

 

 

Ich hoffe, dass der nervige Kragen bald runter kann.

 

Man sollte ihn nicht frühzeitig abnehmen, sondern erst dann , wenn alles - fast - komplett verheilt ist.


17. Tag:   Wie geht es dem HISTI-Öhrchen ?

 

Ich bin sehr zufrieden.   Die offenen Wunden heilen ab und wir müssen somit nur noch 1 x täglich "käspappeln". JEDOCH .... von meinem vorübergehenden persönlichen Haus- und Hofhund erwarte ich mir wesentlich besseres Benimm !

 

Jetzt, wo ich meine Rudelführerin fast einzeln halte, ist die optimale Gelegenheit, meiner Maus etwas mehr Anstand beizubringen.


15. Tag:  "Es ist stinklangweilig!"

 

"Fade Einzelhaltung! Weit und breit kein Artgenosse in meiner Gruppe! Ich habe zwar nun einen neuen Job als Spielzeugtester bekommen - jedoch fühle ich mich einsam und verlassen. Die einzigen Highlights in meinem  traurigen Hundeleben sind derzeit die Besuche meiner Betreuerin. SCHNUPF !

Eure  unglückliche HISTI"        

 

Liebe HISTI, beschwer´ Dich nicht. Wichtig ist, dass Dein Öhrchen wieder in Ordnung kommt. Ich verspreche Dir - sobald es irgend möglich ist - kommt dieser fiese Kragen runter und Du darfst wieder in Dein Rudel zurück.

Hab Dich sehr lieb  !  Deine Betreuerin Linda

 

 

 

 

 

15:00 Uhr:   Wir beenden diesen jammervollen Zustand

Dass ein Tierchen hier unter Langeweile leidet - geht ja gar nicht ! ! Habe beschlossen, HISTI nun b.a.w. ab und an als persönlichen Haus- und Hofhund frei auf unserer Anlage zu halten.

 

Der Kragen wurde vom Obmann neu verklebt. ....

Das Fellchen am Pfötchen wächst wieder nach. ....

und wir käspappeln & käspappeln   .... (3 x täglich !)

 

 

 

 

 

  HISTI   &   Rüdiger 

oder

Wo die    LIEBE    hinfällt


 

 

13. Tag:  HURRA ! Die Nähte sind entfernt ! !

 

Vorzeitig, da das Ohr angeschwollen ist und leicht unter Eiter. TA meint jedoch, das wäre gar nicht so schlecht und ist zufrieden mit seinem Werk  .

 

"WIR" sind schoooon wieder in (leichterer) Narkose. Fotos sind nichts für schwache Nerven .... nun heißt es täglich 3 x mit Käspappeltee waschen und Verkrustungen runter. Kragen bleibt noch ein paar Tage (Wochen ?) drauf. Heute leider kein Leckerchen oder anderes Futter - nur Wasser .... "WIR SCHAFFEN DAS ! "

 

.... Toller Hund ! !

 

 

 

 

 

2 Stunden später .....

 

Der tapferste Hund von allen wacht wieder auf  ... nun sieht HISTI-Öhrchen nach der ersten Säuberung schon viiiiiel besser aus 


 

9. Tag:  ICH HABE GESELLSCHAFT ! !"

 

Die langweilige Einzelhaltung wurde heute beendet. In die gewohnte Großgruppe darf SIE natürlich noch nicht. Ein wohlerzogener Rüde (unkastriert ) ist aber machbar.

 

Natürlich steht die körperliche Wiederherstellung an oberster Stelle. Das seelische Wohlbefinden ist aber auch wichtig.

 

8. Tag:  Heute war Tierarzt zur Kontrolle da

 

- alles OK - Nähte können wahrscheinlich in einer Woche raus. Hoffentlich kann dann auch der ärgerliche Kragen wieder runter und sie in das gewohnte Rudel wieder zurück kehren. Die HISTI - Lebensgeister sind bereits seit einigen Tagen wieder vollends erwacht

Ich hoffe inständig, dass wir für diesen WUNDERBAREN Hund ein WUNDERBARES Zuhause finden ! !


6. Tag:  Bis auf das, dass HISTI ein gaaaanz aaaarmes Tierchen ist, geht es ihr nach der Öhrchen-OP super. Habe sie ins Rudel 4 (einzeln) verlegt.

 

Wir benötigen momentan dort vermehrt Leckerchen.


2. Tag:  Bei HISTI ist soweit (den Umständen entsprechend) alles in Ordnung .... und ich konnte sie soeben von der Intensivbeobachtung in die Krankenstation verlegen. Natürlich ist sie jetzt einige Wochen nicht vermittelbar - jedoch wer eine GANZ GANZ TOLLE - freundliche, wachsame, kinderliebe, mit Artgenossen super verträgliche, ruhige, verschmuste Begleiterin sucht - kann sich bei uns melden


1. Tag:  OP ist gut verlaufen

 

HISTI ist beim TA super brav gewesen. Noch schläft mein "Kleintier" ( heutige Aussage vom Haustierarzt  ).

 

In 2 - 3 Stunden sollte sie wieder aufwachen. Der Blick von meinem gaaaaanz armen Tierzufluchts-Weibchen wird wieder lebendiger ..... Nach Handfütterung mit feinstem Leckerfutterchen ..... gesäubertem Kragen .... und liebevollem Zureden ..... schaut HISTI mich nicht mehr ganz so beleidigt an

 

 


 

Tag 0:  Es hilft nichts - heute geht es zur OP.

 

HISTI - meine liebe Rudelführung der Gruppe ZWEI - hat ein "BLUTOHR". Ablassen des Blutes, Punktion, Kortison, Ruhigstellen nutzten nichts. Gottlob, aber keine Ohrenentzündung.

 

Auch wir sind vor solchen Verletzungen leider nicht gefeit .... das wird schon wieder .... hat unsere Maus doch den allerbesten Tierarzt von allen .... meinen Haustierarzt !


2017-09-22: Soeben erhielt ich diese Botschaft:

 

                 Vielen Dank !     

Liebe Linda unserer Celly geht es sehr gut und wir sind froh sie haben zu dürfen LG aus Niederösterreich


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Kommentare: 5
  • #1

    Rüdiger Pieper (Freitag, 22 September 2017 06:48)

    Ich behaupte einmal das die hier kritisierten Platzkontrollen und sog. Schutzverträge ein Grund dafür sind, dass die Tierheime Hierzulande voll sind. Da und dort hört man laute Kritik von denen die sich gerne einen Hund anschaffen würden und zu Recht enttäuscht sind, wie man dort behandelt wird.

  • #2

    Brigitte Haas (Freitag, 22 September 2017 06:49)

    Bin absolut der selben Meinung .....alle Vorkontrollen bringen im Prinzip nichts ausser das man die Leute kennen gelernt hat . Man kann NIEMANDEN und ich meine NIEMANDEM vor den Kopf schauen ! Ich hab Sebastian noch nie kennen gelernt und doch hat Lady einen 6er im Lotto gemacht

  • #3

    Linda Ann Pieper (Freitag, 22 September 2017 06:50)

    Ich behaupte, dass alle unsere Hunde ein gutes Plätzchen bekommen. Die Salzburger Tierzuflucht hat zwar den Ruf "man braucht einige Stunden an Zeit, bis man einen Hund bekommt" :)   - jedoch erhält man dann auch das charakterlich geeignete Wölfchen, was einem auch gefällt. <3 ..... wobei .... auch das ist Quatsch ..... Jemand, der bereits drei Schäfer hatte und von mir einen möchte, da dauert eine Abgabe des Hundes nur kurz (wahrscheinlich kann mir derjenige mehr über die Rasse Schäfer erzählen, als ich ihm :) ) ....... Jemand, der noch nie einen Hund hatte, sollte allerdings tatsächlich einen halben Tag einplanen :)

  • #4

    Ulli Weinberger (Freitag, 22 September 2017 07:32)

    Ich habe selber früher viele Platzkontrollen gemacht. Gottseidank. Denn ich habe Dinge gesehen, wozu ich mich hier nicht äußern will. Alleine beim Endgespräch und erwähnen eines Besuches vor Ort, bzw vorbeischauen auf einen Kaffee (wie ich es nannte), sind mehr als genug Leute abgesprungen, weil sie mich belogen haben. Mit den Schutzverträgen wurden schon einige Einschläferungen verhindert, weil den Besitzern gewisse Behandlungen beim TA zu teuer waren. Auch die Verpflichtung zur Kastration kann durch den Schutzvertrag gefordert und kontrolliert werden. Da gab es schon genug Anzeigen deswegen....

  • #5

    Linda Ann Pieper (Freitag, 22 September 2017 09:44)

    Vorab: Ich kann nur aus meiner Sicht argumentieren und andere Vorgänge nicht beurteilen. Auch muss ich nicht jeden, von meiner Vorstellung überzeugen - sondern finde es interessant, andere Meinungen zu hören ...... Meine Beurteilung: Wenn der neue Tierhalter bereit ist zwischen EURO 290,00 und EURO 390,00 für seinen neuen Wegbegleiter zu bezahlen, kann man davon ausgehen, dass dieser einen guten Platz vorhält (wie im Blog-Beitrag beschrieben ist m. E. fast jeder Platz besser als in einem TH). Es trennt sich bereits hier die "Spreu vom Weizen". Ich gehe immer mit 100 % Vertrauen auf die Menschen zu und wurde - Gottlob - nur sehr selten enttäuscht - zu kontrollieren, ob mich jemand belügt, würde mir nicht im Traum einfallen. Ich bin auch kein Psychologe. In den 21 Jahren wurde mir noch kein einziger Fall bekannt, wo ein Tier meines Hauses wegen einer zu teuren TA-Behandlung eingeschläfert wurde und wäre dann auch eine strafbare Handlung des TA. Warum muss man einen Hund kastrieren lassen ? .... Ich selbst hielt zusammen als "eigene 'Freiläufer": 1 Schäferrüden + 1 Bassetrüden + 1 Hovawartrüden + immer wieder auch Mal andere dazu "frei" ..... alle unkastriert ..... und alle "meine" persönlichen weiteren Rüden waren auch nie kastriert. Wenn die UO zum Menschen sitzt und es halbwegs vernünftige Hunde sind (99 % sind das :) ), dann machen sie sich die Rangordnung im Rudel schon selbst aus. Meines Wissens gibt es keine Verpflichtung zur Kastration bei Hunden in Salzburg ..... und ist auch gut so :) .